VfB Hellerau-Klotzsche e.V.

Euer Verein für Breitensport im Dresdner Norden!

Der VfB Hellerau-Klotzsche aus Dresden hat sich in diesem Jahr einer besonderen Herausforderung gestellt: einer deutsch-polnischen Jugendbegegnung mit dem Judoverein Juvenia aus Wrocław. Wie wenig wir über unsere unmittelbaren Nachbarn wissen und wie viel unnötige Skepsis viele Jugendliche haben, zeigte schon die zögerliche Anmeldung auf der deutschen Seite. Viele Jugendlichen musste erst überredet werden und einige habe dieses besondere Ereignis aus Scheu schlichtweg verpasst. Pech für sie! Denn keiner von denen, die teilnahmen, hat es bereut. Alle wollen es nochmal tun, und wir werden es nochmal tun! Dabei ist just an diesem Wochenende die Heizung komplett ausgefallen. Aber weder die kalten Matten und kalten Duschen, noch das ungemütliche nasskalte Novemberwetter konnte der guten Stimmung Einhalt gebieten. 

Wrocław und Dresden liegen im grenznahen Bereich und haben mit 650.000 bzw. 520.000 Einwohnern die gleiche Größenordnung. Sie haben eine ähnliche regionale Bedeutung und sind beide kulturell hochinteressant. Die beiden Städte werden mehrmals täglich mit einer direkten Bahnlinie verbunden, die Fahrt im Trilex dauert knapp dreieinhalb Stunden. Judo ist in Wrocław anders organisiert. Während es in Dresden mehr als ein Dutzend Vereine gibt, von denen keiner mehr als 300 Judokas hat, sind bei Juvenia allein über 800 Kinder und Jugendliche gemeldet. In der Jugend ist der Verein europäisches Spitzenmaß: man trainiert sieben Mal in der Woche, und an beinahe jedem Wochenende gibt es einen Wettkampf. Der VfB Hellerau-Klotzsche ist dagegen ein Breitensportverein mit knapp fünfzig jugendlichen Judokas. Der Verein fährt zwar auf Bezirks- und Landesebene und vereinzelt auch darüber hinaus regelmäßig Erfolge ein, doch könnte man sich im Wettkampf bei weitem nicht mit den Jugendlichen aus Polen messen. Aber das ist auch nicht der Sinn einer Jugendbegegnung. Es zeigte sich, dass die anfängliche Angst vor den jugendliche Stars aus Wrocław völlig unbegründet war. Das waren nicht nur auch Menschen, sondern richtig nette Jungs und Mädchen, mit denen man viel Spaß haben konnte

Dazu musste man sich aber erst einmal kennen lernen. Nach Ankunft der etwa 30 Polen am späten Freitag Nachmittag und dem Abendessen, gab es erst einmal ein paar musikalisch unterlegte Kennenlernspiele. Immer wenn die Musik stoppte, mussten die Polen versuchen, auf Deutsch möglichst viele Deutsche nach ihrem Namen zu fragen und sich die Namen zu merken. Die Deutschen taten dasselbe natürlich umgekehrt auf Polnisch. In einem zweiten Spiel lernten die Deutschen „Wie geht es dir?“ sowie drei mögliche Antworten auf Polnisch und die Polen auf Deutsch. Je nachdem wie die Antwort ausfiel, gab es eine entsprechende Reaktion. Die Antwort „dobrze – gut“ beispielsweise wurde mit einer großen Wurftechnik quittiert – wem es gut geht, der kann auch fallen! Nach den Sprach und Bewegungsspielen gab es noch eine Menge Techniktraining und Randori und freies Herumtoben in der Halle bis Mitternacht.

Beim gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen waren die Gesichter der Fremden nicht mehr ganz so fremd. Es gab die ersten zaghaften Kontakte der Nationen. Immerhin hatte man ja nebeneinander auf der Judomatte geschlafen. Aber das reichte noch nicht. Die Organisatoren zogen noch eine fiesere Trumpfkarte: Die Jugendlichen mussten sich selbst in Gruppen einteilen, wobei jede Gruppe aus mindestens zwei Polen und zwei Deutschen bestehen musste. Das war auch notwendig, denn die Gruppenaufgaben waren auf Polnisch gestellt – das verstanden die Deutschen nicht – aber die Aufgaben bezogen sich auf Dresden, das wiederum den Polen unbekannt war. Beispielsweise musste man vorgebende Bildmotive, z.B. Baudenkmäler im Zentrum suchen und sich aus derselben Perspektive als Gruppe davor fotografieren lassen. Damit waren die schönen Erinnerungsfotos schon vorprogrammiert. Aber zunächst zogen die Gruppen durch das Deutsche Hygienemuseum, ein Museum rund um den Menschen, das wir jedem Besucher Dresdens wärmstens ans Herz legen möchten. Die Stunden, in den sich die Gruppen selbstständig durch die Innenstadt bewegen durften, wurde übrigens in den abschließenden Umfragebögen von den meisten als das größte Highlight bezeichnet. Die meisten Gruppen erledigten ihre Aufgaben sehr schnell und genossen es, noch ein bisschen Freizeit in der Gruppe zu haben. Was die Gruppen genau gemacht haben, haben wir nicht erfahren.

Nach einer polnischen Stadtführung waren die Jugendlichen so müde, dass sie es kaum zur Straßenbahn schafften. Unterwegs schliefen einige in den Sitzen ein. Aber nach dem gemeinsamen Abendessen, drehten plötzlich alle wieder auf. Selbst zwei Stunden Techniktraining und dreiviertel Stunde Randori reichten nicht, um die Judokas zu erschöpfen: man tobte wieder bis nach Mitternacht.

Egal, schlafen kann man ja noch auf der Heimfahrt. In diesem Sinne wurden um acht Uhr alle gnadenlos zum Frühstück hoch gescheucht. Anschließend gab es wieder Spiele mit deutschen und polnischen Begriffen vermischt und viel Bewegung und Spaß. Den Abschluss bildete eine letzte Judoeinheit mit Techniktraining und Randori.

Vor dem Zusammenpacken mussten die Teilnehmer auf einer Zielscheibe bewerten, welche Aspekte ihnen gut und welche ihnen weniger gut gefallen haben. Das Wetter und die (kalten) Duschen kamen dabei schlecht weg, der Rest lag für die meisten im Bereich der Volltreffer. Und auch das Trainerteam hat es so empfunden. 

Im April 2017 ist der Gegenbesuch in Polen geplant. Die polnischen Organisatoren haben schon Ideen, was sie mit uns vorhaben und die Deutschen Jugendlichen können es kaum abwarten, Wroclaw kennen zu lernen und die netten Judokas wieder zu sehen.

Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich beim Deutsch-Polnischen Jugendwerk bedanken. Ohne deren finanzielle Unterstützung wäre dieses wunderbare Event nicht möglich gewesen. Unser Dank gilt auch der Deutschen Sportjugend, die uns im Rahmen einer Schulung überaus wertvolle Hinweise zur Durchführung der Jugendbegegnung gegeben hat.

 

 
Text: Dirk Caspary
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